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Hellismannaleið – Einsam in der Aschewüste

Im Rahmen meiner Island-Reise bin ich unter anderem den Hellismannaleið gelaufen. Dieser Weg ist selten begangen und fürt von Rjupnavéllir nach Landmannalaugar. Deshalb bietet er sich auch als Verlängerung vom Laugavegur an.

Die Strecke

Wegführung des Hellismannaleid in einer Übersicht

Der Hellismannaleið wird auf der Karte in Dunkelblau dargestellt. Zusätzlich ist der Laugevegur in Orange eingezeichnet. DIe Karte wurde erstellt auf Basis einer Karte von Openstreetmap. © OpenStreetMap-Mitwirkende und Waymarked Trails: Hiking (Copyright CC BY-SA)

Die drei Etappen sind:

  • Rjupnavellir – Afangagil
  • Afangagil – Landmannahellir
  • Landmannahellir – Landmannalaugar

Die Länge der Etappe sind jeweils etwa 18 – 22 km. Aufgrund des Untergrunds (sehr viel Asche) war ich ohne größere Pausen jeweils 4,5 – 6 h unterwegs. Ich gelte jedoch als schneller Wanderer (üblicherweise unterbiete ich Zeitangaben um 20-30%). Um eine Routenführung mit Wanderapps zu ermöglichen habe ich die Route auch bei OpenStreetMaps angelegt (dort war bisher eder der Weg noch die Route vorhanden). Sollte dort jemand einen Fehler finden, bitte ich um eine Rückmeldung.

Der Weg

Foto eines Reitwegs mit einem Fluss. Im Hintergrund erkennt man einige Bäume und ganz klein eine Hütte eines Campingplatzes.

Ein Blick zurück zum Start der Wanderung nach Rjupnavellir. Im Hintergrund kann man gerade noch eine der Hütten des Campingplatzes erkennen. Der Einstieg in den Weg ist ein Reitweg (rechts im Bild), dem man für etwa eine halbe Stunde bis Stunde folgen muss.

Der Weg geht durch eine einsame Landschaft, praktisch ohne Spuren von menschlicher Zivilisation. Man sieht immer mal wieder ein paar Schafe und ganz vereinzelt auch mal ein paar Spuren von Autos in der Asche. An vielen Stellen zeichnet sich der Weg gar nicht wirklich ab. Markiert ist er jedoch sehr gut durch regelmäßige Holzpflöcke, die in den Boden gerammt wurden.

An einigen Stellen muss man kleine Bäche furten. Hier wird normalerweise nicht mehr nass als die Füße. Zwischen Afangagil und Landmannahellir, etwa auf der halben Strecke, ist einmal ein etwas größerer Fluss zu queren. Hier stand mir das eiskalte Wasser in etwa bis zu den Knien.

Die Menschen

An vielen Stellen kann man kaum Spuren von Menschen erkennen. Wie in diesem Fall. Dort ähnelt die Landschaft eher einer Mondlandschaft, als einer Landschaft, die man auf der Erde findet.

Ich schreibe normalerweise etwas über die Menschen, die ich auf den Wegen treffe. Welche Einstellung herrscht vor, wie viel ist los, …

Am Hellismannaleið kann man praktisch fast nur über die Einsamkeit sprechen. An allen Unterkünften ist jemand, aber unterwegs war ich (zumindest zwei von drei Tagen) alleine. Ich wurde wirklich überall herzlich willkommen geheißen. Aber unterwegs keine andere Menschenseele zu sehen, und das trotz teilweise Sichtweiten von über 10 km, war für mich definitiv etwas besonderes.

Ab Landmannahellir ist etwas mehr los. Mir scheint es so, als würden einige, die den Hellismannaleid gehen noch um einen Tag verlängern. Landmannahellir wird auch von einem Busunternehmen angefahren, weswegen sich das anbietet.

Unterkunft, Kosten und Verpflegung

Hier habe ich mein Zelt auf dem Zeltplatz in Afangagil aufgebaut. Fotografiert habe ich von der Hütte, in der die Duschen und die Toiletten waren.

Wie in Island üblich sind die Hütten unterwegs nicht bewirtschaftet. Auf dem Campingplatz in Rjupnavellir gibt es eine sehr kleine Auswahl an Lebensmitteln zu kaufen. Darauf verlassen würde ich mich jedoch nicht.

Eine Übernachtung im Zelt kostet bei den Hütten des Tourismusverbandes (wie überall) etwa 20€. Der Campingplatz in Rjupnavellir ist da etwas günstiger (15€). Es werden jeweils auch Unterkünfte in festen Betten angeboten, aber diese kosten um die 60€ und waren für mich deshalb nicht Interessant. Eine warme Dusche hat jeweils 4-5€ gekostet (in Rjupnavellir kenn ich den Preis leider nicht mehr).

Wasser konnte ich jeden Tag mindestens ein bis zwei Mal auffüllen. An den Unterkünften gab es auch jeweils fließend Wasser.

Besonderheiten

Da auf dem Weg so wenig Menschen unterwegs waren, war dieser Weg für mich etwas ganz besonderes. Die Einsamkeit war für mich doch recht ungewohnt, aber dennoch ein Traum.

Loki
Loki
Hi, ich bin Lucas, aber meine Freunde nennen mich Loki. Ich habe 2011 mit dem Fernwandern, bzw. Pilgern, angefangen und suche mir inzwischen immer mehr und auch immer größer werdende Herausforderungen. Über meine Erfahrungen berichte ich gerne, damit nicht jeder meine Fehler wiederholen muss. Aber auch damit ihr Ideen bekommt, was sich bei mir oder anderen bewährt hat. Neben dem Wandern beschäftige ich mich gerne mit der Fotografie. Darüber hinaus treffe ich mich gerne mit Freunden zum gemeinsamen Kochen oder einen gemeinsamen Spieleabend. Ich hoffe, ich konnte euch etwas interessantes bieten und ihr lasst einen Kommentar da.

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