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Pulsuhr

Foto einer Polar V800 Pulsuhr

Beim wandern verwende ich eine Pulsuhr, die mir Aufschluss über die zurückgelegte Strecke und meinen aktuellen Puls gibt.

Wenn man meine Packlisten so ansieht, wird man sehen, dass ich gerne meine Pulsuhr mit mit herum trage, obwohl ich bei fast allem anderen versuche jedes unnötige Gramm Gewicht zu sparen. Aber warum ist mir meine Pulsuhr diese Mühe wert, und was ist mir bei meiner Pulsuhr wichtig?

Warum diese Pulsuhr?

Ich verwende eine Pulsuhr aus verschiedenen Gründen, auf deren Umsetzung ich im folgenden noch eingehe.

  • Ich trage gerne eine Uhr
  • Ich zeichne gerne die GPS-Tracks auf, die ich gegangen bin (um damit z.B. den Ort eines Fotos in dessen EXIF-Daten zu speichern)
  • Um einen Vibrations-Wecker zu haben
  • Ich gerne die Reaktion meines Körpers auf körperliche Belastung beobachte
  • Ich gerne Daten zum aktuellen zurückgelegten Weg sammel (Höhenmeter, Entfernung, Geschwindigkeit)

Die Pulsuhr

Ich verwende eine Polar V800 Pulsuhr, üblicherweise mit Brustgurt für die Messung der Herzfrequenz. In der Konfiguration, in der ich sie mitnehme wiegt alles zusammen 174g (82g für die Uhr, 60g für den Brustgurt, 3g Ersatzbatterie für den Brustgurt, 29g für das Ladekabel).

Die Uhr selbst entfaltet ihr gesamtes Potential leider erst gemeinsam mit der Polar Flow App (bzw. dem Polar Flow Onlinedienst) und einem Smartphone. Dieses benötigt man für Auswertungen von einigen Funktionen.

Funktionalität der Uhr

  • Starten, Stoppen, Pausieren der Aufzeichnung
  • Anzeige der zurückgelegten Strecke, Höhenmeter
  • Aktuelle und Durchschnittsgeschwindigkeit
  • Anzeige des aktuellen Pulses, des Durchschnittspulses und der verbrauchten Kalorien

Funktionalität in Verbindung dem Webservice / der App

Screenshot aus der App Polar Flow. Angezeigt wird ein Höhenprofil und ein Geschwindigkeitsverlauf.

In dieser Darstellung sieht man das Höhenprofil (in grau) sowie die Geschwindigkeit (in blau). Die Herzfrequenz könnte alternativ mit eingeblendet werden. Am Geschwindigkeitsverlauf sind deutlich viele „Micro-Pausen“ erkennbar

  • Grafische Aufbereitung des Verlaufs (zu welcher Zeit an welcher Stelle hatte ich welchen Puls, …)
  • Export der GPS-Tracks
  • Darstellung der Strecke auf einer Karte

Warum nicht nur das Smartphone?

Ein Großteil der Funktionalität, die ich durch diese Pulsuhr habe, ist in ähnlicherweise auch mit einem Smartphone möglich. Mit der passenden App lässt sich auch der GPS-Track aufzeichnen. Gie GPS Daten enthalten auch (grob) die Höhe, wodurch ich ein Höhenprofil abspeichern kann. Den Pulsgurt kann man (dank Bluetooth Smart) auch direkt mit dem Handy koppeln. Aber warum verwende ich dann überhaupt noch eine Pulsuhr?

Die kontinuierliche Aufzeichnung der GPS-Daten kostet leider sehr viel Energie. Glücklicherweise werden die modernen GPS-Chips immer stromsparender, wodurch sie nicht mehr einen Handyakku innerhalb von ein bis zwei Stunden leeren (wie in den ersten Jahren, als ich damit noch Routen aufgezeichnet habe). Aber dennoch kostet die kontinuierliche GPS-Aufzeichnung vergleichsweise viel Strom. Für mich ist jedoch die Aufzeichnung der Daten eine reine Luxus-Funktonalität, wohingegen ich mein Smartphone durchaus regelmäßig benötige (z.B. da ich dort den Wanderführer digital gespeichert habe, als Kamera, …). Ich möchte nicht, dass mir ggf. dieser Luxus den Strom raubt, den ich vielleicht später am Tag noch für sinnvollere Funktionen verwenden kann.

Darüber hinaus ist der Vibrations-Wecker am Handgelenk eine Funktion, die mir sehr viel wert ist. Gerade auf Jakobswegen schläft man mit vielen anderen Personen in einem Raum. Durch die Vibrationsfunktion weckt man andere Mitpilger nicht, wenn man mal etwas früher aufstehen möchte (z.B. um der Hitze zu entkommen).

Stärken und Schwächen der Polar V800

Stärke

  • Beim Verwenden der hohen Genauigkeit des GPS (das für Geschwindigkeitsauswertungen notwendig ist) hält der Akku dennoch etwa 10-12 Stunden wandern durch.
  • Die graphische Auswertung in der App ist nützlich und hilfreich
  • Hohe Genauigkeit der Daten (z.B. Streckenlänge)
  • Wecker beginnt mit lautloser Vibration
  • Verschiedene GPS-Genauigkeiten möglich (um Energie zu sparen)
  • Synchronisierung der Daten über Bluetooth und Smartphone  möglich
  • Die Batterie des Brustgurtes hält in etwa 2 Wochen Wanderung (wenn man den Brustgurt etwa 10 Stunden pro Tag trägt)

Schwächen

  • Es gibt keine Möglichkeit ein „Zwischenstand“ zu synchronisieren, der später ergänzt/überschrieben wird (die „Trainingseinheit“ muss zum synchronisieren beendet sein)
  • Das Ladekabel ist properitär. Somit kann kein anderes zum Laden verwendet werden (z.B. Micro-USB)
  • Keine Kartendaten auf der Uhr hinterlegbar
  • Keine Anzeige über den Akkustand während der Aufzeichnung (und auch sonst ist die Angabe des Ladezustands sehr grob)

Erkenntnisse

Ich konnte aus den Daten der Uhr bisher bereits folgende Erkenntnisse gewinnen:

  • In den letzten Jahren ist meine Durchschnittsgeschwindigkeit beim Gehen angestiegen
  • Bis zum Frühstück gehe ich in einem Energiesparmodus (niedrigerer Puls, niedrigere Geschwindigkeit)
  • Durch Sport hat sich mein Puls während des Wanderns weiter reduziert
  • Wo „verliere“ ich die Zeit beim gehen

Und natürlich kann ich so leicht nachsehen, an welchem Tag ich eigentlich von wo nach wo gelaufen bin.

Fazit

Für mich ist die Pulsuhr definitiv ein Luxusgegenstand. Aber genau diesen Luxusgegenstand bin ich gerne bereit mitzunehmen (Brustgurt und Ladekabel nehme ich notgedrungendermaßen mit). Bei der Kaufentscheidung für diese Uhr war nicht nur die Verwendbarkeit für das Wandern ausschlaggebend (aber durchaus ein entscheidendes Argument).

Durch die Auswertung der Daten der Pulsuhr kann ich mehr über mich selbst lernen und somit zukünftige Touren besser planen. Darüberhinaus profitiert auch ihr von der Pulsuhr. Denn meine Tipps basieren dadurch nicht nur auf einem difusen Gefühl, sondern sind, wo immer möglich, mit den notwendigen Daten hinterlegt.

Wenn jemand ähnlich tickt wie ich und auch die Vorteile einer Pulsuhr nutzen möchte, würde ich ihm zum aktuellen Zeitpunkt aber als Alternative die Polar M400 empfehlen. Die hat zwar eine Akkulaufzeit, die etwas kürzer ist, aber einen ähnlichen Funktionsumfang. Dafür kostet sie im Netz jedoch nur einen Bruchteil der Polar V800. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Polar M400 sich per Micro-USB-Kabel aufladen lässt. Somit kann man wieder etwas Gewicht bei seinem Gepäck sparen.

Sicherlich ist es auch noch interessant, ob man zukünftig auch den Brustgurt einsparen kann. Hier gibt es ja bereits einige Konzepte zur Messung des Pulses am Handgelenk. Hoffentlich wirkt sich das jedoch nicht negativ auf die Batterielaufzeit aus.

Loki
Loki
Hi, ich bin Lucas, aber meine Freunde nennen mich Loki. Ich habe 2011 mit dem Fernwandern, bzw. Pilgern, angefangen und suche mir inzwischen immer mehr und auch immer größer werdende Herausforderungen. Über meine Erfahrungen berichte ich gerne, damit nicht jeder meine Fehler wiederholen muss. Aber auch damit ihr Ideen bekommt, was sich bei mir oder anderen bewährt hat. Neben dem Wandern beschäftige ich mich gerne mit der Fotografie. Darüber hinaus treffe ich mich gerne mit Freunden zum gemeinsamen Kochen oder einen gemeinsamen Spieleabend. Ich hoffe, ich konnte euch etwas interessantes bieten und ihr lasst einen Kommentar da.

1 Comment

  1. […] lässt sich die meiste Elektronik per USB-Kabel laden. Da ist es egal, ob man seine Pulsuhr, sein Handy oder seine Powerbank laden möchte. Aber dazu benötigt man neben dem passenden USB […]

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